Historie PDF Drucken

Die mittelalterlichen Städte versuchten sich gegen militärische Übergriffe von Dritten durch bewaffnete Bürgerwehren zu schützen. Hier liegt der Ursprung der Schützenbruderschaften, die in der städtischen Überlieferung erstmals Ende des 13. Jahrhunderts genannt werden.

Seither hatten sie als "Selbstschutzgemeinschaften" im Auftrag der städtischen Obrigkeit die Aufgabe, die städtischen und dörflichen Siedlungen vor Seuchen, marodierenden Söldnern sowie vor brandschatzenden Banden und Räubern zu verteidigen.

Da die Verteidigung der Stadt eine Angelegenheit der Gesamtstadt war, erfuhren diese so genannten "Schützengilden" eine breite Unterstützung und erhielten weiteren Auftrieb und gehörten fest zum städtischen Alltag.

Es blieb im Laufe der Jahre jedoch nicht bei den Aufgaben des Selbstschutzes. Schon früh nahmen die "Schützen" an öffentlichen Festlichkeiten teil. Hierbei traten sie nicht nur als Veranstalter in Erscheinung, sondern auch als schützende oder ordnende Organisation, wie es ihre ursprüngliche Aufgabe war. Dies war besonders bei allen kirchlichen Veranstaltungen, Festen und Prozessionen der Fall. Während des 14. bis 16. Jahrhunderts war der militärische Charakter der Schützengilden bestimmend.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Verteidigung der Stadt und die Gewährleistung der öffentlichen Ordnung fast ausschließlich von bezahlten Söldnern übernommen. Dadurch verloren die militärischen Aufgaben der Schützengilden immer mehr an Bedeutung. Um jedoch ihre bisherigen Aufgaben nicht einfach aufgeben zu müssen, gingen die Schützen dazu über, Feste mit Schießübungen und Wettbewerben zu veranstalten. Die ersten "Schützenfeste" waren hiermit geboren.

Während bei Schießclubs und anderen Schützenvereinen oft das sportliche Schießen im Vordergrund des Vereinslebens steht, spielt dies bei Schützenbruderschaften zwar auch eine gewichtige Rolle, tritt aber hinter den karitativen und kirchlichen Aufgaben der Bruderschaft zurück. So sind auch diese wesentlichen Aufgaben und Grundsätze der Schützenbruderschaft St. Antonius Vinnum e.V. in der Vereinssatzung vom 20. Januar 1973 festgelegt.

Im Zuge des 30jährigen Krieges (1618-1648) erfolgte vermutlich die Gründung der heutigen Schützenbruderschaft St. Antonius Vinnum e.V. Die Aufschrift auf dem Vogel der Schützenkette "1664 Finnim Burschop" nennt vermutlich nur das Datum der Anschaffung oder Stiftung des Königsvogels, nicht aber die Gründung der Bruderschaft. Es wäre unwahrscheinlich, dass aufgrund der tiefgreifenden Armut der Bevölkerung zu dieser Zeit erst einige Jahre nach der Gründung der kostspielige Kauf eines Königsvogels erfolgt ist. Die älteste erhaltene Plakette an der Königskette nennt uns 1822 Johann Niewind als König und 1907 Maria Ostrup als erste Königin.

Das 20. Jahrhundert brachte für das Bruderschaftswesen noch einmal harte Bewährungsproben und Überlebenskämpfe. Während der beiden Weltkriege durften keine öffentlichen Veranstaltungen abgehalten werden. Nach dem 2. Weltkrieg untersagten die Siegermächten die Ausübung des Schützenwesens vorübergehend. Die Alliierten sahen in den Bruderschaften einseitig paramilitärische Vereinigungen in den Reihen der Besiegten. Erst durch den Einsatz und die Überzeugungskraft vieler dem Schützenwesen Verbundener konnte ab den 1950er Jahren der Bruderschaftsgedanke weiter gepflegt werden.

Das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg wurde 1953 mit dem Königspaar Theo Brömmelkamp und Josefa Freitag gefeiert. Seitdem feiert unsere Bruderschaft ihr Schützenfest bis 1989 im dreijährigen und seit 1992 im zweijährigen Rhythmus.

 
 

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